Unsere Geschichte

Der Anfang

Ein Stein mit der Aufschrift „Erster Lehrgang 1939“, der vor der Flugleitung steht, zeigt das Alter des Flugsportes in Güstrow auf. Auf dem Gelände zwischen Bülower Burg und Heideweg waren die Anfänge des Segelfluges zu finden, Flüge vom Hügel, wie einst der Luftfahrtpionier Otto Lilienthal. Die Geschichte des Flugplatzes Güstrow-Bockhorst begann 1956.

Das ehemalige Flugplatzgelände der Wehrmacht wurde zum Teil von den Sowjetischen Truppen als Schießplatz genutzt. Auf dem noch größeren verbliebenen Teil begannen mehrere Flugbegeisterte um Herbert Hackel, Werner Manthey und Julius Ammer mit Unterstützung der GST den Flugbetrieb aufzubauen. Mit einem Schulgleiter begann man den Flugbetriebund der Segelflug entwickelte sich relativ frei von politischen Zwängen. Bedingt durch den Umstand, dass mehrere Sportfreunde das Land über den Luftweg verließen, wurde der Flugsport zeitweise komplett stillgelegt. Ende der 70er Jahre nahm die GST den Flugbetrieb wieder mit militärischem Charakter auf. Von diesem Zeitpunkt an mussten leider mehrere aktive Sportfreunde ihre fliegerische Tätigkeit auf Grund von Verwandtschaft im Westteil Deutschland quittieren. Die verbleibenden Sportfreunde, mit ihrem langjährigen Flugplatzleiter Manfred Krause, wurden Jahr für Jahr auf ihre „Politische Tragfähigkeit“ überprüft und führten den Flugsport unter den gegebenen Umständen bis zur Wende weiter.

Nach der Wende
In den Zeiten der Wende, des Um- und Aufbruchs begannen die verbliebenen Güstrower Flieger im Jahre 1990 mit der Gründung des Aero Club von Güstrow. Die weitere Entwicklung war offen, die Existenz lange nicht gesichert. Die im Einigungsvertrag festgeschrieben Regelung, dass Sportflächen und -einrichtungen kostenlos den Städten und Gemeinden zur Nutzung für die entsprechenden Vereine zur Verfügung zu stellen sind, wurde nicht wirksam, weil die damals amtierenden Stadtväter dieses Gelände als Gewerbegebiet verplant hatten. Trotz reichlichem Schriftverkehr zwischen der Stadt und der Treuhand ließ man alle Fristen verstreichen, so dass das Flugplatzgelände zum Verkauf bzw. zur Versteigerung stand. Trotzdem unterhielt der Verein den Platz mit eigenen Mitteln. Fördergelder des Landessportbundes in Höhe von mehr als 70.000 DM konnte der Verein auf Grund der nicht geklärten Eigentumsverhältnissen nicht in Anspruch nehmen. Personelle Veränderungen in der Führung der Stadtverwaltung und neue Aktivitäten des Vorstandes des Vereins brachten neue Hoffnung. In einer Stadtverordnetenversammlung beschlossen die Stadtvertreter den Kauf des Flugplatzes und die Verpachtung an den Verein. Somit wurde die Existenz des Flugplatzes für mindestens 25 Jahre gesichert.

Heute
Heute sind 30 Flugsportler, 18 Modellsportfreunde und 45 fördernde Mitglieder aktiv. Für die Ausbildung der acht Flugschüler sind 7 Fluglehrer, 12 Windenmechaniker, mehreren Techniker und Fallschirmwarte ehrenamtlich tätig. Der Flugbetrieb findet bei entsprechendem Wetter zwischen April bis Oktober an jedem Wochenende statt. Auch im Winter gibt es viel Arbeit, Überprüfung, Reparaturen und Instandsetzungen der vorhandenen Technik. Auch der Platz und die Gebäude benötigen die entsprechende Pflege. In der Region konnte sich der Segelflugverein fest etablieren. Immer mehr Firmen nutzen das Gelände und die Einrichtungen des Flugplatzes, um zum Beispiel beim Grillen und Fliegen zu entspannen. Klassen der Unterstufen einiger Güstrower Schulen zelten mehrere Tage auf dem Gelände, andere Sportvereine und auch die Freiwillige Feuerwehr nutzen die Flächen regelmäßig für ihre Tätigkeiten. Reges Interesse finden die Mitfluggelegenheiten bei den Güstrower Bürgern und ihren Gästen.